Vertiefte Berufsorientierung: Von der Schule zur Berufsausbildung
Ziele des Projektes:
- Stärkung eines reibungslosen Überganges von der Schule in die Arbeitswelt durch proaktive Vorbereitung von SchülerInnen durch Betriebsvertreter
- Frühzeitige Verzahnung von schulischem Alltag und betrieblicher Realität in Form von individueller Unterrichtsgestaltung durch die Betriebe
- Einflussnahme auf zukünftigen Fachkräftenachwuchs durch das „Abholen“ potenzieller Auszubildender bereits in allgemeinbildenden Schulen
- Vermeidung von Ausbildungs- und Schulabbrüchen durch Motivationssteigerung und Aufzeigen verschiedener Perspektiven bzw. durch Erweiterung des Berufswahlspektrum
Umsetzung
- Durchführung von praxisnahen Unterrichtseinheiten, die eine inhaltliche und didaktische Schnittmenge aus Schule und Betrieb bilden
- Feste Integration in den Schulalltag durch ca. 4 bis 5 Projekttage pro Schulhalbjahr; dabei ggf. Wechsel der Lernorte Schule und Betrieb
- Unterrichtseinheiten ergänzen fachliche Inhalte (z.B. betriebliche Versuchsaufbauten im Rahmen des Physikunterrichts) und vermitteln überfachliche Qualifikationen (z.B. Verhalten in Konfliktsituationen)
- Zielgruppe: SchülerInnen der Jahrgangsstufe 7 (teilweise 8), um Praxiswissen bereits vor erstem Betriebspraktikum zu vertiefen sowie Betriebe, die sich aufgrund des Fachkräftemangels aktiv für eine Verbesserung der Ausbildungssituation einsetzen möchten
„Schule und Arbeitswelt“ startete im September 2005 als gemeinnütziges Pilotprojekt der TBS gGmbH mit Unterstützung des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen (MASGFF). In den Gebieten rund um Pirmasens, Mainz und Ransbach-Baumbach entwickelten sich innerhalb der ersten Erprobungsphase Netzwerke und Kooperationen aus Schule und Betrieben, die in Form von gemeinsamen Unterrichtskonzepten die Ziele und Kernidee des Projektes verfolgten und durchführten.
Bei der Abschlusstagung des Pilotprojektes mit dem Titel: „Schule und Arbeitswelt Ausbildungsaktivitäten verstärken – Fachkräftemangel aktiv begegnen“ zeigten sich Vertreter von Politik, Wirtschaft und Schule so überzeugt und begeistert, dass eine offizielle Förderung und somit eine Weiterführung des Projektes zugesichert wurde. Mit finanzieller Unterstützung durch das MASGFF, den Europäischen Sozialfonds (ESF) und der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland ist das Projekt zum 01. Mai 2008 offiziell angelaufen und weitere Projektstandorte wurden in der Eifel und in Neuwied neu initiiert.
Im Laufe der Projektzeit entwickelten sich in ganz Rheinland-Pfalz „Schule und Arbeitswelt“-Regionen, in denen kontinuierlich die Projektidee in Form von Unterrichtseinheiten durch Betriebe am Lernort Schule aber auch am Lernort Betrieb umgesetzt wurde. Gemeinsam ist ein überregionales Übergangsmanagement entstanden mit dem Ziel, Schülerinnen und Schüler frühzeitig und gezielt auf die Zeit nach der Schule vorzubereiten. Im Juni 2010 ist ein Abschlussbericht für das Projekt erschienen, mit einer umfangreichen Dokumentation und Beispielen aus der Praxis. Wer sich für die Ergebnisse des Projekts interessiert, kann den Bericht hier herunterladen (broschuere_schule_und_arbeitswelt_10.pdf, 2 MB).
gefördert von:
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Das Projektteam
Während der gesamten Projektlaufzeit von September 2005 bis Juni 2010 begleitete das Projektteam der TBS gGmbH alle engagierten und interessierten Betriebe auf dem Weg in die Schulen und bei der Vorbereitung und Umsetzung des Projektes. An neun verschiedenen Projektstandorten in ganz Rheinland-Pfalz wurde ein Netzwerk zwischen Schulen und Betrieben aufgebaut, mit dem Ziel Jugendlichen frühzeitig berufliche Orientierung zu ermöglichen und einem Fachkräftemangel in den Bertieben entgegen zu wirken.
Zu den Aufgaben und Leistungen des Projektteams gehörten:
- Organisation und Durchführung von Workshops und Informationsveranstaltungen zur Präsentation und zum Transfer der Projektidee
- Erstellung und Vorbereitung des Informationsmaterials wie z.B. Broschüren und Flyer
- Zielabsprachen mit den verschiedenen Projektakteuren aus Schule und Arbeitswelt in Einzelgesprächen und durch ergebnisorientierte Moderation an Auftaktworkshops
- Terminkoordination bei Projekttage sowie der inhaltliche Dialog mit den Vertretern von Schule und Betrieb
- Didaktische und pädagogische Begleitung und Unterstützung der Konzeptentwicklung für den betrieblichen Unterricht
- Begleitung und Unterstützung bei der Durchführung von Projekttagen in Schulen und Betrieben
- Einbindung des Projektes in bestehende Netzwerke sowie die Kooperationen mit anderen Maßnahmen der vertieften Berufsorientierung
- Organisation und Durchführung überregionaler Veranstaltungen zum Wissenstransfer der verschiedenen Regionen
- Beratung und Reflektion in Form von Feedbackrunden zur Prozessoptimierung mit allen Projektakteuren
- Evaluation
- Pressearbeit
„HipHop & Job“ in Ransbach-Baumbach
Neben den kontinuierlichen Projekttagen an den Schulen und in den Betrieben wurden über die Projektidee hinaus noch weiterführende Angebote an bestimmten Projektstandorten zur zusätzlichen Unterstützung am Übergang Schule Beruf entwickelt. In diesem Zusammenhang hat die Erich Kästner Realschule plus in Ransbach-Baumbach in Kooperation mit dem TBS-Projektteam das Konzept von „Schule und Arbeitswelt“ ausgebaut. Daraus entstanden ist u.a. eine Arbeitsgruppe (AG), mit dem Namen „HipHop & Job“.
Die Idee der AG war es, die Schülerinnen und Schüler, die bereits am Projekt „Schule und Arbeitswelt“ beteiligt waren, weiter im Bereich Berufsorientierung zu begleiten. In der AG „HipHop & Job“ lernten die Jugendlichen zusätzlich verschiedene Berufsbilder aus der Musikbranche kennen. Das Medium Musik (Hip-Hop) wurde genutzt, um über die spezifischen Interessen der Schülerinnen und Schüler Begeisterung und Motivation in Bezug auf die Berufswelt und Ausbildung zu wecken und gleichzeitig ihr Berufswahlspektrum zu erweitern. Zu Beginn der AG wurden die Schülerinnen und Schüler auf die kreative Zusammenarbeit sensibilisiert und gleichzeitig wurde das Thema „Hip-Hop“ jenseits von Gewalt verherrlichenden und negativen Inhalten platziert. Der Umgang mit Diskriminierung wurde thematisiert und die Fähigkeit der Toleranz trainiert. In einem zweiten Schritt wurden Gastsprecher aus der lokalen Musikszene eingeladen, die den Schülerinnen und Schülern Ausbildungsmöglichkeiten innerhalb der Musikbranche aufzeigten; hierzu gehörten u.a. ein Tontechniker sowie ein Mediengestalter. Weitere Berufsbilder wurden von den Schülerinnen und Schülern in Gruppen erarbeitet. Höhepunkt für die Jugendlichen war allerdings das Komponieren ihres eigenen Songs. Im Verlauf des Schuljahres verfassten die Schülerinnen und Schüler selbstgeschriebene Rap-Texte; hierbei wurden Elemente aus dem Lehrplan des Deutschunterrichts (Was ist ein Gedicht?) eingebunden. Der fertige Song wurde digital aufgenommen und kann auf dieser Seite heruntergeladen werden.
In das Konzept der AG wurden spezielle Sozialtrainingsphasen integriert, die Aspekte wie das Erkennen der eigenen Stärken und Schwächen, die Fern- und Nahzielbestimmung sowie das Erlernen verschiedener „Softskills“ (Sozialkompetenzen) und deren Verknüpfung zu betrieblichen Anforderungen beinhalteten. Durchgeführt wurde die AG von den beiden Musikern David Schirmberg und Oliver Metzele, von der Koblenzer Musik Initiative Music live e.V.
Aktion „Handwerk aktiv“ in Hillesheim
Mit der Aktion „Handwerk aktiv“ hat die TBS gGmbH in Kooperation mit der Stadt Hillesheim im November 2009 den Schülerinnen und Schülern der 7. und 8. Klassen an der Hauptschule Hillesheim einen ganz besonderen „Schule&Arbeitswelt-Unterricht“ ermöglicht. Zusammen mit Herrn Müller und seinen Kollegen von der Schreinerei Gilles erneuerten die Schülerinnen und Schüler den Parkettboden in ihrem Schülercafé. Die Aktion basierte auf dem Konzept der ganzheitlichen Herangehensweise, d. h. die Jugendlichen erlebten alle Stadien eines realen Kundenauftrags von der Kostenkalkulation, über die Angebotserstellung bis hin zum praktischen Verlegen des Holzes.
Die Ziele der Aktion „Handwerk aktiv“ waren:
- Stärkung des Selbstbewusstseins und des Verantwortungsgefühls
- Förderung der Teamfähigkeit
- Einblicke in die Berufspraxis eines Schreiners
- Erkennen der individuelle Stärken und Schwächen
- Interesse für Berufe im Handwerk
Projektregionen und teilnehmende Schulen im Überblick
Das Projekt „Schule&Arbeitswelt“ ist an neun Standorten in ganz Rheinland-Pfalz initiiert worden. Innerhalb der Projektlaufzeit haben in Mainz, in der Eifel, in der Süd- und Westpfalz, im Westerwaldkreis und im Kreis Neuwied diverse Haupt- und Realschulen, Duale Oberschulen sowie Regionalschulen (heute alle Realschule plus) und Integrierte Gesamtschulen die Projektidee aufgegriffen und nach den individuellen Anforderungen ihres Standorts und den jeweiligen Rahmenbedingungen flexibel umgesetzt. Dabei wurden an allen teilnehmenden Schulen immer auch Möglichkeiten der Kooperation mit anderen Maßnahmen der vertieften Berufsorientierung (z.B. Job-Fux-Programm, Berufseinstiegsbegleiter, Praxistage) geprüft, verfolgt und vertieft.
Porträts von teilnehmenden Schulen:
IGS Thaleischweiler-Fröschen – Die Integrierte Gesamtschule startete 2005 als erste Schule das TBS-Projekt. Während der Projektlaufzeit haben viele erfolgreiche „Schule&Arbeitswelt“-Tage in den Klassenzimmern sowie in verschiedenen Betrieben der Region stattgefunden. Es hat sich ein großes Netzwerk zwischen der IGS und den Betrieben am Standort Thaleischweiler-Fröschen entwickelt, welches auch nach Beendigung der Projektlaufzeit weiterhin besteht.
Realschule plus Pirmasens – Die Kirchbergschule beteiligte sich seit 2007 am Projekt „Schule und Arbeitswelt“. Die Schule hatte kontinuierlich einen sehr starken 7. Jahrgang mit durchschnittlich 100 Schülerinnen und Schülern. Viele von ihnen kommen aus sozial schwachen Familien, in denen Arbeitslosigkeit schon seit Generationen erlebt wird. Auch hier fanden regelmäßige „Schule&Arbeitswelt“-Tage in der Schule aber auch in den unterschiedlichen Betrieben statt, um die Jugendlichen auf die Berufswelt vorzubereiten.
Erich Kästner Realschule plus Ransbach-Baumbach – Die Erich Kästner Schule förderte schon seit mehren Jahren einen engen Kontakt zu Betrieben in ihrer Region. Seit Anfang 2007 ergänzte die Schule erfolgreich ihre bisherigen Veranstaltungen wie z. B. die Wirtschaftsmesse durch das „Schule&Arbeitswelt“-Projekt. Neben den praxisorientierten Unterrichtseinheiten ermöglichte die TBS gGmbH auch die Arbeitsgruppe „HipHop & Job“, bei der zwei erfahrene Musiker aus Koblenz ein Schulhalbjahr lang mit interessierten Schülerinnen und Schülern der Frage nachgingen, wie eigentlich ein Hip-Hop-Song entsteht.
Realschule plus Carmen-Sylva Neuwied-Niederbieber – Die Carmen-Sylva-Schule startete ihren ersten Projekttag im April 2009 mit der Jahrgangsstufe 7. Vertreter aus Betrieben boten an diesem Tag 55 Schülerinnen und Schülern Einblicke in die Berufswelt. In enger Zusammenarbeit mit den beteiligten Betrieben erweiterte die Schule das Schule und Arbeitswelt-Konzept auch für die 8. und 9. Klassen.
Weitere teilnehmende Schulen waren:
Förderschule Annweiler
Realschule plus Annweiler
Realschle plus Dahn
Hauptschule Hillesheim
Grund- und Hauptschule Niederstadfeld
Grund- und Hauptschule Mainz-Mombach West


Schule + Arbeitswelt
Schule + Arbeitswelt



